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Poseidon Expeditions Magazin
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Die Drakestraße – ein elementares Erlebnis

Auch wenn Sie selbst noch nie in der Antarktis waren, von der Drakestraße haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Auf Ihrer Expedition zur Antarktischen Halbinsel können Sie dieses legendäre Gewässer selbst erfahren. Es erwartet Sie ein fundamentales Antarktiserlebnis – lesen Sie hier, warum!


Auf den Spuren Sir Francis Drakes

Die Drakestraße trennt die Südspitze Südamerikas vom nördlichsten Teil der Antarktischen Halbinsel. Sie ist nach Sir Francis Drake benannt, einem englischen Marinekommandanten und Entdecker der elisabethanischen Ära. Er war erst der zweite Kommandant, der eine Weltumrundung in einer einzigen Expedition befehligte – und der Erste, der durch die bewusste Meeresstraße segelte, als sein Schiff 1578 während eines Sturms nach Süden abgetrieben wurde. Der Bericht zu dieser Fahrt ist allerdings umstritten. Francis Drake wurde für seinen Dienst in der Royal Navy zum Ritter geschlagen, er war jedoch auch ein berüchtigter Freibeuter, Sklavenhändler und Pirat. Bei seinen spanischen Feinden war er als "El Draque" bekannt. Die nach ihm benannte Passage, die Drakestraße, wird in Expeditionskreisen auch „The Drake“ genannt. Sie gilt als eines der rauesten Gewässer der Welt. Von Kap Hoorn aus fahren Sie ungefähr 800 Kilometer bis zu den eisigen Ufern der Südlichen Shetlandinsel Livingston Island und überqueren dabei „Die Drake“ – auf einer klassischen Antarktiskreuzfahrt sogar zweimal! Die einfache Durchquerung dauert je nach Wetterlage in der Regel etwa zwei volle Tage. Wenn die Bedingungen günstig sind, kann man bei einer Ausschiffung am späten Nachmittag in Ushuaia (Argentinien) am späten Nachmittag des übernächsten Tages bereits die erste Anlandung auf den Südlichen Shetlandinseln durchführen. Andernfalls erreicht man dieses Ziel erst am Morgen danach.

Ein wilder Ritt durch stürmische See

Die Drake hat ihren Ruf als stürmisch und rau wahrhaft verdient. Die Passage liegt zwischen 56° südlicher Breite nahe Kap Hoorn und 62° südlicher Breite bei den nördlichsten der südlichen Shetlandinseln. Diese sehr südlichen Breiten sind bei Seeleuten berüchtigt und werden auch „Wütende Fünfziger“ und „Kreischende Sechziger“ genannt. Das vermittelt einen Eindruck von der Stärke der Winde in dieser Region! Aufgrund der Position der Kontinente, der Corioliskraft und kontinuierlichen starken Tiefdrucksystemen, die alle nach Osten ziehen, ist das Meer hier eine endlose Ozeanautobahn. Nennenswerte Landmassen, die den Effekt verlangsamen könnten, gibt es nicht. Wenn diese Systeme die Drakestraße erreichen, werden sie zwischen den Gebirgsausläufern Südamerikas und der Antarktischen Halbinsel eingeklemmt. Das macht Winde und Wellen noch mächtiger!

„Drake Shake“ oder „Drake Lake“?

In der Region wurden bereits Winde in Hurrikanstärke und Wellen von mehr als 30 Metern Höhe beobachtet. Solche Bedingungen ließen in früheren Zeiten unzählige Segelschiffe vor Kap Hoorn zerschellen. Moderne Schiffe sind heute jedoch so gebaut, dass sie riesigen Meereswellen und starken Winden standhalten. Einige Expeditionsschiffe wie etwa MS Sea Spirit verfügen sogar über Stabilisierungssysteme, die die Bewegungen des Schiffes bei schwerer See verringern. Kreuzfahrtschiffe wie die von Poseidon Expeditions profitieren zudem von der fortschrittlicher Wetterüberwachung. Ein Sturm in der Drake Passage wird bereits mehrere Tage im Voraus angekündigt, sodass die Kapitäne Fahrten bei besonders schlechten Bedingungen vermeiden können. Zwischen zwei Sturmsystemen kann die Drakestraße dann tatsächlich auch einmal ziemlich ruhig sein. Auf Ihrer Reise werden Sie also entweder den gefürchteten „Drake Shake“ oder den barmherzigen „Drake Lake“ erleben – wahrscheinlich sogar beides. Bei ruhigem Wetter können Sie rund um das Schiff Albatrosse, Sturmvögel und am Horizont Tafeleisberge beobachten, während Sie die frische Meeresbrise genießen.

Immer gut festhalten!

Bei ruhigen Bedingungen sollten Sie so viel Zeit wie möglich an Deck verbringen, denn bei rauer See müssen Sie unter Deck bleiben. Das atemberaubende Schauspiel der riesigen Wellen, die über den Bug spülen, lässt sich am besten hinter den bruchsicheren Fenstern im mollig warmen Schiff genießen. Wenn Sie die einfachen Sicherheitsregeln befolgen, sind Sie und Ihr Gepäck vollkommen sicher. So sollten Sie zum Beispiel alle Gegenstände in Ihrer Kabine sichern, bevor Sie den Hafen verlassen. Außerdem müssen Sie immer eine Hand frei haben, um sich bei plötzlichen Bewegungen jederzeit festhalten zu können. Wer schnell seekrank wird, sollte vorab entsprechende Medikamente einnehmen. In der Regel informiert Sie der Kapitän mehrfach, bevor es auf schwere See geht.

Das alles macht das Überqueren der Drakestraße zu einer unvergesslichen Erfahrung auf Ihrem Antarktisabenteuer. Und sollten Sie die Drake Passage auf der Hinfahrt nicht so erleben, wie Sie es wünschen, dann bestimmt auf der zweitägigen Rückfahrt nach Ushuaia. Abschließend noch ein Tipp für Ihre Reiseplanung: Berücksichtigen Sie die bis zu vier Reisetage in der Drakestraße bei der Ermittlung Ihrer Expeditionstage in der Antarktis. Es gilt, je länger die gesamte Reise, desto mehr Zeit mehr Zeit haben Sie vor Ort im Zielgebiet Antarktis Zum Beispiel auf unserer Reise über den südlichen Polarkreis.