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Poseidon Expeditions Magazin
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Eisbrecher - Ein historischer Abriss


Der I/B 50 Years of Victory ist ein technisches Wunderwerk und aktuell mit seinen 75.000 PS der stärkste Eisbrecher der Welt. Erfahren Sie im folgenden mehr über die Geschichte der Entwicklung der Eisbrecher.

Eisbrecher als Grundstein für die Beschiffung der Nordostpassage

Die Fortschritte in der Technologie des Schiffsbaus mündeten in der Konstruktion des Eisbrechers, eines Schiffs, das stark genug ist, nicht nur der Kraft von Eis zu widerstehen, sondern dies sogar aufzubrechen. Diese Technologie öffnete den Hauptteil des eisbedeckten Arktischen Ozeans für militärische, wissenschaftliche und kommerzielle Zwecke. In Russland sagt man dem Konstrukteur Britnew nach, 1864 erstmals die charakteristische Bugform vorgestellt zu haben, die heute bei allen Eisbrechern Anwendung findet. Der erste Eisbrecher war die „Pilot“ (1870), die im Winter die Verbindung zwischen St. Petersburg und Kronstadt aufrechterhielt. Dem Flottenchef Makarow wird die Konstruktion der „Jermak“, des ersten echten Eisbrechers, zugeschrieben, der auf seiner Jungfernfahrt bis auf 81°21’ nördlicher Breite nördlich von Spitzbergen gelangte und bis auf 83°06’ nördlicher Breite fast 40 Jahre später. 1916 wurde der erste regelmäßige Verkehr an der russischen Nordküste im Auftrag des russischen Marineministeriums mit einem in Newcastle, England, gebauten Eisbrecher aufgenommen, der „Krassin“. Dieses Schiff verkehrte über viele Jahre in der Arktis und stellte einen wesentlichen Grundstein für die Entwicklung des nördlichen Seewegs, der Nordostpassage, dar.



Eisbrecher unterstützen ozeanografische Erforschung der Polarregionen

1921 wurde das Meeresforschungsinstitut der UdSSR gegründet, das sich der multidisziplinären Erforschung des Arktischen Ozeans und der angrenzenden Meere, der Inseln sowie der Küstengebiete und Flüsse widmete. Die erste Expedition wurde mit dem Eis brechenden Dampfschiff „Malygin“ unternommen. Später wurde ein neues Spezialschiff, die „Persej“, in Archangelsk gebaut. Im östlichen Teil der Arktis wurde eine regelmäßige Dampflinie zwischen Wladiwostok und Kolyma eingerichtet, und 1927 kamen Schiffe von Wladiwostok bis nach Tiksi in der Laptew-See und sogar bis zum Fluss Lena. 1928 erreichte die „Krassin“ das Eislager des abgestürzten italienischen Luftschiffppiloten Nobile und nahm an dessen Rettung teil. Der Eis brechende Dampfer „Malygin“ näherte sich dem Lager von Südosten und führte wertvolle wissenschaftliche Beobachtungen im nördlichen Teil der Barentssee durch. Das Eis brechende Dampfschiff „Sedow“ erforschte den West- und Südteil des Franz-Josef-Lands. Der erste nukleargetriebene Eisbrecher, die „Lenin“, wurde schließlich 1959 auf der Admiralitätswerft in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, gebaut. Der stärkste Atomeisbrecher der Welt war die sowjetische „Arktika“. Er war 1977 das erste Überwasserschiff, das den Nordpol erreichte.



Als die USA 1867 Alaska erwarben, entstand bei der amerikanischen Küstenwache das Interesse am Befahren des eisbedeckten Meers; zwischen 1890 und 1930 wurden verschiedene Schiffe hierzu genutzt. Die ersten echten amerikanischen Eisbrecher wurden 1939 in Dienst gestellt und hießen „Arundel“, „Naugatuck“, „Mahonig“ und „Raritan“. Die dringende Notwendigkeit für den Einsatz echter Eisbrecher ergab sich während des Zweiten Weltkriegs, weshalb 269 Eisbrecher der Four-Wind-Klasse („Northwind“, „Southwind“, „Eastwind“, „Westwind“) von 1941 bis 1944 gebaut wurden. Drei dieser Schiffe wurden der Sowjetunion zur Verfügung gestellt und kehrten in den 1950er Jahren wieder nach Amerika zurück. Weil bereits ein anderes Schiff, das 1945 gebaut wurde, den Namen „Northwind“ erhalten hatte, wurde das aus der UdSSR zurückkommende Schiff in „Staten Island“ umbenannt. Die „Southwind“ wurde in „Atka“ umbenannt, während sie ihren Dienst in der Marine von 1950 bis 1966 verrichtete. Die „Edisto“, die „Burton Island“ und die „Glacier“ wurden ebenfalls von der amerikanischen Marine in dieser Zeit eingesetzt; jedoch wurden 1966 alle Eisbrecher an die Küstenwache übergeben.

Die Forschungsergebnisse der von den 1930er Jahren bis in die 1960er Jahre in der Arktis operierenden Schiffe wurden der International Ice Patrol und dem Ozeanografischen Büro der Marine zur Verfügung gestellt. In den 1970er Jahren zeigten die Schiffe der Wind-Klasse erste Alterserscheinungen. Neue Eisbrecher der Polar-Klasse wurden 1976 in Dienst gestellt und befahren noch immer das Arktische Meer. 1998 wurde der derzeit modernste US-Eisbrecher vorgestellt, die „Healy“. Er ist der erste Eisbrecher, der speziell für wissenschaftliche Zwecke ausgelegt wurde. Er ist in der Lage, 35 Wissenschaftler aufzunehmen. Das Schiff ist komplett ausgestattet mit Apparaturen für alle denkbaren Arten der ozeanografischen Erforschung der Polarregionen.