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Poseidon Expeditions Magazin
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Erlebnis Eis – Teil 3: Meereis

In Teil 1 und Teil 2 unserer Serie „Erlebnis Eis“ haben Sie etwas über Gletscher und Eisberge erfahren. Sie entstehen durch wachsende Schneemengen, die zu Eis werden und am Rand des Meeres abbrechen können. Meereis hingegen entsteht direkt im Ozean und bildet sich aus Salzwasser. Es bedeckt etwa sieben Prozent der Erdoberfläche und somit ungefähr eine Fläche von 25 Millionen Quadratkilometern. Der größte Teil davon erstreckt sich in den Polarregionen und zwar auf dem Arktischen Ozean und auf dem Südpolarmeer. Meereis hat einen weitreichenden Einfluss auf unser Klima und die Tierwelt unseres Planeten.


Der Lebenszyklus des Meereises

Aufgrund seiner geringeren Dichte schwimmt Meereis auf der Wasseroberfläche. Es durchläuft Jahr für Jahr den gleichen Zyklus: Das polare Packeis wächst im Winter und zieht sich im Sommer zurück, verschwindet jedoch nie vollständig. Winde, Strömungen und Temperaturschwankungen formen sehr unterschiedliche Eistypen und sorgen für Dynamik.

So entsteht Meereis: Wenn Meerwasser zu gefrieren beginnt, bildet es winzige Kristalle von nur wenigen Millimetern Größe. Bei ruhiger See entstehen daraus dünne spiegelglatte Eisplatten, die übereinander gleiten. Bei rauer See laufen die Eiskristalle zu matschigen Pfannkuchen zusammen. Diese kollidieren miteinander und formen dabei Eisgrate auf der Oberfläche und Kiele unter Wasser.

Meereis, das an der Küste oder am Meeresboden verankert ist, wird Festeis genannt. Packeis hingegen ist dynamisch und treibt mit Winden und Strömungen über den Ozean. Dieses sich ständig verändernde Eislabyrinth ist das bevorzugte Jagdrevier der Eisbären. Mit etwas Glück können Sie auf einer Expeditionskreuzfahrt nach Spitzbergen beobachten, wie die majestätischen Tiere versuchen, auf Eisschollen rastende Robben zu fangen.

Das sich permanent verschiebende Packeis formt immer neue und dickere Platten und eisfreie Flächen. Größere Öffnungen nennt man Polynyas. Im Arktischen Ozean können unsere Passagiere hier ein Bad im eisigen Meer wagen, den sogenannten "Polar Plunge".

Die Bedeutung des Meereises

Meereis spielt im polaren Ökosystem eine tragende Rolle. Es bildet sich nur langsam, weil Salzwasser erst bei etwa –1,91 Grad gefriert. Diese Temperatur muss bis in 100 oder sogar 300 Metern Tiefe erreicht werden, damit Eis entstehen kann. Weil kaltes Wasser schwerer ist als warmes, sinkt kaltes salziges Wasser herunter und bewegt sich entlang des Meeresbodens in Richtung Äquator. Es wird durch warmes Wasser aus mittlerer Tiefe ersetzt. So entsteht ein globales "Förderband", auf dem Meerwasser zirkuliert. Wenn das Eis im Sommer schmilzt, setzt es Nährstoffe frei und fördert so das Wachstum des Phytoplanktons, die Basis der marinen Nahrungskette.

Meereis hat ein enormes Rückstrahlvermögen, die sogenannte Albedo. Seine strahlend weiße Oberfläche reflektiert erheblich mehr Sonnenlicht als das dunkle Meerwasser. Wenn es im Winter wieder länger dunkel ist, kann sich Meereis erneut ausdehnen. Durch die starke Reflexion des Sonnenlichts bleiben mit Eis bedeckte Flächen kühler. Das stabilisiert das polare Klima. Schmilzt im Sommer zu viel Eis, beschleunigt das durch die Sonne erwärmte Wasser den Prozess noch zusätzlich. Das begünstigt die globale Erwärmung und zerstört den Lebensraum von Robben, Polarfüchsen, Eisbären und Pinguinen.

Das Meereis in der Arktis und Antarktis

Wie stark das Südpolarmeer von Meereis bedeckt ist, hängt stark von der Jahreszeit ab – von sehr wenigem Eis im südlichen Sommer bis hin zu großen Eismengen im antarktischen Winter. Dann dehnt sich das Meereis auf einer Fläche aus, die in etwa der des antarktischen Kontinents entspricht. Antarktisches Meereis ist in der Regel jünger, dünner, wärmer, salziger und dynamischer als das Meereis der Arktis.

Da es am Nordpol keine Landmasse gibt, erstreckt sich das arktische Meereis über die gesamte Fläche nach Norden. Meist erreicht es im März die maximale Ausdehnung und zieht sich im September am meisten zurück. Das Meereis der Arktis ist in der Regel einige Jahre alt und mehrere Meter dick. Umso wichtiger ist es, sich auf Expeditionskreuzfahrten in den Norden auf ein entsprechend kraftvolles Schiff verlassen zu können. Bei Poseidon Expeditions fahren Sie mit dem stärksten Eisbrecher der Welt, der 50 Years of Victory.

Haben Sie Lust bekommen, die Welt des Eises vor Ort zu erkunden? Unser erfahrenes Expeditionsteam aus Expeditionsleitern, Wissenschaftlern und Glaziologen begleitet Sie auf Ihrer Reise in die fragilen Ökosysteme der Arktis und Antarktis und teilt sein Wissen gern mit Ihnen.