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21 August, 2026
Datum der Veröffentlichung

Was sind Nordlichter? Aurora borealis einfach erklärt

Es ist eine klare, eiskalte Nacht an Deck unseres Expeditionsschiffs, irgendwo vor der Küste Nordnorwegens. Zuerst ist da nur ein blasser Schleier am Nachthimmel, kaum von einer Wolke zu unterscheiden. Dann beginnt er zu leuchten, zu tanzen, sich in Grün und Violett über den ganzen Himmel zu ziehen. Ein Raunen geht durch die Gruppe. Kaum eine Naturerscheinung berührt Menschen so unmittelbar wie diese.

Doch was sind Nordlichter eigentlich? Woher kommt dieses Licht, warum leuchtet es in verschiedenen Farben, und wo erleben Sie es am besten? In diesem Artikel beantworten wir von Poseidon Expeditions die wichtigsten Fragen rund um das faszinierendste Phänomen des Polarhimmels.

Was sind Nordlichter? Eine kurze Definition

Nordlicht bei Kreuzfahrten

Gäste beobachten leuchtende Nordlichter vom Deck eines Expeditionsschiffs vor Grönland

Nordlichter sind eine natürliche Leuchterscheinung am Himmel der hohen nördlichen Breiten. Der wissenschaftliche Begriff lautet Aurora borealis: nach Aurora, der römischen Göttin der Morgenröte, und Boreas, dem griechischen Wort für Nordwind. Im Deutschen sind die Begriffe Nordlicht und Polarlicht gebräuchlich.

Das Phänomen tritt an beiden Polen der Erde auf. Auf der Nordhalbkugel sprechen wir vom Nordlicht (Aurora borealis), auf der Südhalbkugel vom Südlicht (Aurora australis). Beide entstehen auf dieselbe Weise - nur ist das Südlicht kaum bekannt, weil es meist über dem menschenleeren Süden der Welt leuchtet.

Im Kern ist das Polarlicht sichtbar gewordene Physik: das Ergebnis eines Zusammenspiels von Sonne, Sonnenwind, Erdmagnetfeld und Atmosphäre. Genau dieses Zusammenspiel schauen wir uns nun Schritt für Schritt an.

Wie entstehen Nordlichter? Die Wissenschaft dahinter

So magisch die Lichtshow wirkt - hinter ihr steckt ein klarer, gut erforschter Ablauf. Wissenschaftler und Astronomen beschreiben ihn in drei Schritten.

1. Der Weg beginnt bei der Sonne

Alles beginnt rund 150 Millionen Kilometer entfernt. Die Sonne schleudert unablässig geladene Teilchen ins All, vor allem Elektronen und Protonen. Dieser stetige Strom heißt Sonnenwind. Bei Sonneneruptionen und sogenannten koronalen Massenauswürfen wird eine besonders große Menge dieser Partikel freigesetzt, die dann mit hoher Geschwindigkeit Richtung Erde rasen. (Quelle)

2. Das Erdmagnetfeld lenkt die Teilchen

Trifft der Sonnenwind auf die Erde, wirkt das Erdmagnetfeld wie ein Schutzschild. Es lenkt die meisten Teilchen ab, doch entlang der Feldlinien werden sie zu den magnetischen Polen geführt. Deshalb konzentriert sich die Polarlichtaktivität rund um Nord- und Südpol, in einem ringförmigen Band, das Forscher als Polarlichtoval bezeichnen.

An diesen Feldlinien wandern die geladenen Partikel in die oberen Schichten der Atmosphäre und hier wird es sprichwörtlich hell.

3. Die Atmosphäre bringt das Licht

In etwa 100 bis 300 Kilometern Höhe treffen die Teilchen auf die Atome und Moleküle der Luft, allen voran auf Sauerstoff und Stickstoff. Bei diesem Zusammenstoß übertragen sie Energie: Die Gasteilchen werden „angeregt" und geben diese Energie kurz darauf als Lichtblitz wieder ab. Diese Emission unzähliger einzelner Teilchen, millionenfach gleichzeitig, ergibt das flächige Leuchten, das wir als Nordlicht sehen.

Man kann es sich vorstellen wie eine gigantische Leuchtstoffröhre: Der Sonnenwind liefert die Energie, die Gase der Atmosphäre erzeugen das Licht.

Warum haben Nordlichter verschiedene Farben?

Die Farben des Polarlichts sind kein Zufall. Sie verraten, welches Gas in welcher Höhe leuchtet – denn jedes Atom gibt bei der Emission eine ganz bestimmte Farbe ab.

Farbe

Verursachendes Gas

Höhe

Grün (am häufigsten)

Sauerstoff

ca. 100–150 km

Rot

Sauerstoff

über 200 km

Blau / Violett

Stickstoff

unter 100 km

Pink / Purpur (Ränder)

Stickstoff

untere Ränder der Vorhänge

Das klassische, leuchtende Grün stammt von Sauerstoff in mittleren Höhen: es ist die Farbe, die das menschliche Auge am besten wahrnimmt. Seltener und spektakulärer ist das tiefe Rot, das Sauerstoff in großer Höhe erzeugt. Blau und Violett wiederum steuert der Stickstoff in den unteren Schichten bei. Bei besonders starker Sonnenaktivität mischen sich alle Farben zu jenen unvergesslichen Vorhängen, von denen unsere Gäste noch Jahre später erzählen.

Nordlicht und Südlicht - zwei Seiten desselben Phänomens

Eine häufige Frage lautet: Gibt es das Nordlicht auch auf der anderen Seite der Erde? Die Antwort ist ja. Auf der Südhalbkugel leuchtet die Aurora australis, das Südlicht - oft sogar spiegelbildlich zur selben Zeit wie das Nordlicht, weil beide von denselben Sonnenwind-Ereignissen ausgelöst werden.

Der Unterschied ist reine Zugänglichkeit: Während das Nordlicht über bewohnten Regionen wie Nordnorwegen, Island und Nordkanada erscheint, leuchtet das Südlicht überwiegend über dem Südpolarmeer und der Antarktis: fernab von Städten und Menschen. Wer beide Polarregionen vergleichen möchte, findet in unserem Magazin einen ausführlichen Vergleich von Arktis und Antarktis.

Nordlichter in Mythen und Kultur

Lange bevor die Wissenschaft das Phänomen erklären konnte, suchten die Menschen nach eigenen Antworten. In fast allen Kulturen des Nordens taucht das Leuchten in Sagen und Legenden auf.

Die Wikinger sahen darin zum Beispiel den Widerschein der Rüstungen der Walküren, die gefallene Krieger nach Walhalla geleiteten. Die Sami im Norden Skandinaviens begegneten dem Nordlicht mit Respekt und Vorsicht. In Teilen Finnlands erzählt man bis heute vom „Feuerfuchs" (revontulet), dessen Schweif Funken über den Himmel wirft. Und manche indigenen Völker Nordamerikas deuteten die Erscheinung als Tänze der Geister ihrer Vorfahren.

So unterschiedlich diese Bilder sind, eint sie eines: Das Nordlicht hat die Menschen zu allen Zeiten und überall auf der Welt bewegt. Dieses Staunen ist bis heute geblieben: nur wissen wir inzwischen, welche Physik dahinter steckt.

Sonnenaktivität und Sonnenzyklus: Wann leuchtet der Himmel am stärksten?

Nordlichter können grundsätzlich das ganze Jahr über auftreten, aber nicht immer gleich intensiv. Der entscheidende Faktor ist die Sonne selbst.

Der elfjährige Aktivitätszyklus

Die Sonne durchläuft einen etwa elfjährigen Aktivitätszyklus, den Sonnenzyklus. In seinem Minimum ist die Sonne ruhig, im Maximum brodelt sie: mehr Sonnenflecken, mehr Eruptionen, ein stärkerer Sonnenwind und damit deutlich mehr Nordlicht-Aktivität.

Für Reisende sind das gute Nachrichten. Im Herbst 2024 erklärten die Experten von NASA und NOAA gemeinsam, dass der aktuelle Sonnenzyklus 25 sein solares Maximum erreicht hat. (Quelle) Diese Phase erhöhter Sonnenaktivität sorgt bis weit in die Jahre 2025 und 2026 hinein für besonders häufige und intensive Polarlichter: eine der besten Gelegenheiten seit über einem Jahrzehnt.

Vorhersagen: Kann man Nordlichter planen?

Bis zu einem gewissen Grad ja. Weltraumwetter-Dienste werten laufend Daten des Sonnenwindes aus und geben kurzfristige Vorhersagen heraus. Als Maß dient der sogenannte Kp-Index, der die geomagnetische Aktivität von 0 bis 9 angibt: je höher der Wert, desto weiter nach Süden reicht das Leuchten. (Quelle)

Wissenschaftler und spezialisierte Portale liefern heute recht verlässliche Prognosen für die kommenden Stunden und Tage. Eine Garantie gibt es dennoch nie und genau das macht jede Sichtung zu einem echten Erlebnis. Unsere Expeditionsleiter behalten die Vorhersagen an Bord im Blick und wecken die Gäste bei Bedarf auch mitten in der Nacht.

Wo kann man Nordlichter am besten sehen?

Das Polarlicht braucht drei Dinge: hohe nördliche Breitengrade, einen dunklen Nachthimmel und möglichst klares Wetter. Am besten stehen die Chancen innerhalb oder in der Nähe des Polarlichtovals.

Zu den besten Orten der Welt zählen:

  • Nordnorwegen: die Region um Tromsø und die norwegische Küste gilt als eines der zuverlässigsten Reiseziele.
  • Island: dunkle Weiten abseits der Städte, kombiniert mit spektakulärer Natur.
  • Spitzbergen: hoch im Norden, mit der einzigartigen „Polarnacht", in der es auch tagsüber dunkel bleibt.
  • Grönland und Nordkanada: weite, unberührte Landschaften unter dem Polarlichtoval

Und in Deutschland oder Mitteleuropa? Grundsätzlich ist auch das möglich. Bei außergewöhnlich starker Sonnenaktivität wandert das Leuchten bis in niedrigere Breiten, dann berichten selbst Menschen aus der Mitte Deutschlands von einem rötlichen Schimmer am Horizont. Solche Ereignisse sind jedoch selten und meist blass. Wer die Aurora borealis in ihrer vollen Pracht erleben will, reist an ihren natürlichen Standort in den hohen Norden.

Die beste Reisezeit

Weil das Nordlicht einen dunklen Himmel braucht, ist das Winterhalbjahr die beste Zeit: von etwa September bis März. Im arktischen Hochsommer verhindert die Mitternachtssonne jede Sichtung, dafür lohnt sich diese Saison für andere Naturschauspiele, wie wir in unserem Beitrag zur Mitternachtssonne in Island beschreiben.

Nordlichter mit Poseidon Expeditions erleben

Es gibt viele Wege, das Polarlicht zu suchen, aber nur wenige sind so stimmungsvoll wie vom Deck eines kleinen Expeditionsschiffs. Fernab der Lichter großer Städte gleiten Sie mit uns durch die dunkelsten, klarsten Nächte der Arktis, immer dorthin, wo die Chancen am besten stehen.

Das erwartet Sie bei einer Nordlicht-Reise mit uns:

  • maximal 100 Gäste an Bord der MS Sea Spirit - kein Massenbetrieb, freier Blick in den Himmel

  • deutschsprachige Betreuung und Vorträge zur Wissenschaft hinter dem Phänomen

  • erfahrene Expeditionsleiter, die die Vorhersagen verfolgen und Sie zur richtigen Zeit an Deck holen

  • Routen entlang der norwegischen Küste, nach Island und Spitzbergen

Ein solches Erlebnis muss kein Vermögen kosten: Gerne beraten wir Sie persönlich zu Terminen und Preisen und finden gemeinsam die Reise, die zu Ihnen passt.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind Nordlichter einfach erklärt?

Nordlichter sind eine Leuchterscheinung am Himmel, die entsteht, wenn geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die Atmosphäre der Erde treffen. Dort regen sie Sauerstoff- und Stickstoffatome zum Leuchten an – meist in Grün, seltener in Rot, Blau oder Violett.

Wie entstehen die Farben der Nordlichter?

Die Farbe hängt vom Gas und der Höhe ab: Sauerstoff erzeugt in mittleren Höhen Grün und in großer Höhe Rot, Stickstoff steuert Blau und Violett bei.

Wann sieht man Nordlichter am besten?

In den dunklen Monaten von September bis März, bei klarem Himmel und hoher Sonnenaktivität. Da sich der aktuelle Sonnenzyklus in seinem Maximum befindet, sind die Chancen bis 2026 besonders gut.

Kann man Nordlichter in Deutschland sehen?

Selten. Nur bei sehr starker Sonnenaktivität reicht das Leuchten bis in mitteleuropäische Breiten – dann meist als blasser, rötlicher Schimmer. Für ein zuverlässiges Erlebnis reist man in den hohen Norden.

Gibt es Nordlichter auch auf der Südhalbkugel?

Ja. Dort heißt das Phänomen Südlicht (Aurora australis). Es entsteht auf dieselbe Weise, leuchtet aber überwiegend über der Antarktis und dem Südpolarmeer, weit entfernt von bewohnten Regionen.