Seekrankheit auf der Kreuzfahrt: So erleben Sie die Drake Passage entspannter
Sie planen Ihre erste Expeditionsreise und fragen sich, ob der Seegang Ihnen den Urlaub verdirbt. Zwei Seetage liegen zwischen Feuerland und der Antarktischen Halbinsel. Diese Strecke heißt Drake Passage, und über kaum einen anderen Teil der Reise machen sich Gäste vor der Abfahrt so viele Gedanken. Die Sorge dahinter ist fast immer dieselbe: Seekrankheit. Wer eine Kreuzfahrt in die Antarktis plant, kann sich darauf vorbereiten, denn Seekrankheit auf Kreuzfahrten folgt immer denselben Mustern. Wer weiß, wie Seekrankheit entsteht und woran er sie früh erkennt, kommt mit ein paar bewährten Gewohnheiten meist besser durch die Überfahrt als erwartet.
Das Wichtigste in Kürze
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Seegang: Die Überfahrt dauert anderthalb bis zwei Tage pro Richtung und kann ruhig oder bewegt sein. Das Wetter entscheidet, nicht die Jahreszeit allein.
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Ursache: Seekrankheit ist eine Form der Reisekrankheit. Sie entsteht, wenn Augen und Gleichgewichtssinn dem Gehirn widersprüchliche Sinneseindrücke liefern.
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Vorbereitung: Ausgeruht anreisen, eine Kabine in der Mitte des Schiffes wählen und vor der Reise mit Ärztin oder Arzt über Seekrankheit sprechen.
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An Bord: Horizont fixieren, frische Luft, leichte Kost, Ingwer und Akupressurbänder sind die Mittel gegen Seekrankheit, auf die unsere Gäste am häufigsten setzen.
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Medikamente: Welche Tabletten oder Pflaster für Sie passen, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Wir geben dazu keine Empfehlung, können aber über gute Erfahrungen berichten.
Warum werden Menschen auf einer Kreuzfahrt seekrank?
Seekrankheit entsteht durch widersprüchliche Sinneseindrücke. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr spürt das Schwanken des Schiffs, die Augen sehen eine Kabinenwand, die stillsteht. Das Gehirn kann beide Signale nicht zusammenbringen und reagiert mit Unwohlsein und Übelkeit. Mediziner sprechen von einer Bewegungskrankheit oder Kinetose. Dieselbe Reaktion kennen viele aus dem Auto, dem Bus oder dem Flugzeug, nur dass sie dort Reisekrankheit heißt. Die Ursachen sind in allen Fällen gleich, nur der Auslöser ist ein anderer.
Wie empfindlich jemand auf Seegang reagiert, ist von Mensch zu Mensch verschieden und sagt nichts über Fitness oder Reiseerfahrung aus. Kinder bis etwa zwölf Jahre und Menschen mit Angst vor der Überfahrt gelten als besonders anfällig. Viele Gäste berichten, dass sich der Körper nach dem ersten Tag auf See an die Bewegung gewöhnt. Diese Gewöhnung ist der Grund, warum die Beschwerden meist innerhalb von Stunden bis Tagen abklingen, auch wenn die Wellen gleich bleiben.
Symptome: Woran Sie Seekrankheit erkennen
Die ersten Anzeichen sind unauffällig. Müdigkeit, Gähnen, Blässe und ein flaues Gefühl im Magen gehen der eigentlichen Übelkeit oft voraus. Wer diese Signale früh bemerkt und an Deck geht, kommt häufig ohne stärkere Symptome durch die Überfahrt. Typische Symptome im weiteren Verlauf sind:
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Übelkeit und Schwindel
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Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche
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Kalte Schweißausbrüche
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Übelkeit und Erbrechen in stärkeren Fällen
Diese Symptome sind unangenehm, aber für gesunde Menschen nicht gefährlich. Der Schwindel und die Übelkeit verschwinden, sobald sich der Körper an die Bewegung gewöhnt hat oder das Schiff ruhigeres Wasser erreicht. Betroffene, die schon einmal seekrank waren, erkennen die ersten Anzeichen beim nächsten Mal meist schneller.
Wie viel Seegang erwartet Sie auf dem Weg in die Antarktis?
Nicht jede Schiffsreise ist gleich. Auf Flusskreuzfahrten oder bei Kreuzfahrten im sommerlichen Mittelmeer spielt Seekrankheit kaum eine Rolle. Auf Expeditionsreisen über offene See, ob durch die Drake Passage oder über das Nordmeer vor Norwegen, gehört Seegang dazu. Das gilt für alle Schiffsreisen in die Polarregionen, unabhängig von Reederei und Schiff. Die Überfahrt in die Antarktis hat zwei Gesichter: An ruhigen Tagen liegt die See flach, Albatrosse begleiten das Schiff, und der Seetag vergeht mit Vorträgen und Vogelbeobachtung an Deck. Zieht ein Tief mit Wind durch, kommen lange Dünung und spürbares Schwanken dazu. Beides geht vorbei.
Die Überfahrt dauert in der Regel anderthalb bis zwei Tage. Kapitän und Brücke verfolgen die Wettermodelle laufend und passen Abfahrtszeit, Kurs und Geschwindigkeit an, um die ruhigste Route zu wählen. Ein Sturm ist kein Dauerzustand, sondern eine Wetterlage, die durchzieht. Alles zu Lage, Geschichte, Wetter und Tierwelt dieser Meerenge lesen Sie in unserem Artikel über die Drake Passage. Hier geht es nur um eine Frage: Wie überstehen Sie die zwei Tage auf See mit möglichst wenig Seekrankheit?
[BILD 2: Vergleichsbild spiegelglatte See und Dünung mit Gischt, beide vom Deck der Sea Spirit. Alt-Text „Ruhige und bewegte See auf der Überfahrt in die Antarktis“]
Seekrankheit vorbeugen: So bereiten Sie sich vor der Reise vor
Die beste Vorbeugung gegen Seekrankheit beginnt Wochen vor der Abreise. Wer schon weiß, dass er auf Fähren oder im Auto empfindlich reagiert, sollte das Thema früh ansprechen. Diese Punkte haben sich bewährt:
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Sprechen Sie vor der Reise mit Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt oder in der Apotheke über Ihre Erfahrungen mit Reiseübelkeit und Reisekrankheit.
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Wählen Sie, wenn möglich, eine Kabine in der Mitte des Schiffes und auf einem unteren Deck. Dort schwankt das Schiff am wenigsten, auf oberen Decks und am Bug spüren Sie den Seegang stärker.
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Bevorzugen Sie eine Außenkabine mit Fenster. Tageslicht und der Horizont vor dem Fenster geben den Augen die Bewegung zurück, die der Gleichgewichtssinn spürt.
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Reisen Sie ausgeruht an. Wer einen Tag vor der Einschiffung in Ushuaia ankommt, startet ohne Jetlag und Zeitdruck in die Überfahrt.
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Halten Sie sich am Abend vor dem ersten Seetag mit Alkohol zurück und essen Sie leicht, damit der Magen nicht schon belastet in die Nacht geht.
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Packen Sie eine kleine Reiseapotheke mit den Mitteln, die Sie ärztlich abgesprochen haben, plus Ingwerbonbons und Akupressurbändern.
Die Vorbereitung lohnt sich für jede Route, ob für die klassische Antarktis-Kreuzfahrt zur Antarktischen Halbinsel oder für längere Fahrten in den Süden.
Tipps gegen Seekrankheit an Bord: Was sich in der Praxis bewährt
Gegen Seekrankheit zählt an Bord, was sofort umsetzbar ist. Unsere Crew und unser Expeditionsteam begleiten die Überfahrt viele Male pro Saison. Diese Gewohnheiten empfehlen sie allen Gästen, die den Seegang spüren.
Den Horizont fixieren
Ein fester Punkt in der Ferne gibt den Augen die Bewegung zurück, die das Innenohr spürt, und das Gehirn kommt zur Ruhe. Das Fenster in der Lounge oder ein Platz an Deck wirken besser als jede Kabinenwand. Lesen und Bildschirme verschlimmern die Symptome meist, weil die Augen dann wieder stillstehen.
Frische Luft an Deck
Ein paar Minuten an der Reling, warm angezogen, tun vielen Gästen gut. Wind im Gesicht, Wellen, Sonne oder Himmel statt Kabinendecke: Stickige Räume verstärken die Übelkeit, frische Luft lindert die Symptome bei vielen Betroffenen.
Leichte Kost und viel trinken
Ein leerer Magen reagiert empfindlicher als ein leicht gefüllter. Zwieback, Reis, Suppe und viel Wasser sind an Seetagen die bessere Wahl als schwere Gerichte, Kaffee oder Alkohol. Essen Sie lieber mehrere kleine Portionen als eine große, dann hat der Körper etwas zu verarbeiten, ohne überfordert zu sein.
Ingwer und Akupressurbänder
Ingwer gilt seit Jahrhunderten als Hausmittel gegen Übelkeit, als Tee, Bonbon oder frisch im warmen Wasser. Akupressurbänder drücken auf einen Punkt am Handgelenk, sind frei verkäuflich und leicht. Viele Gäste empfinden beides als angenehm. Auch Vitamin C wird in vielen Ratgebern genannt. Ob diese Mittel bei Ihnen etwas bewirken, ist individuell verschieden.
Hinlegen und Augen schließen
Wenn nichts anderes hilft, ist die Koje mit geschlossenen Augen der ruhigste Ort an Bord. Ohne Sinneseindrücke von außen beruhigt sich das Gehirn, und viele Gäste schlafen den schlimmsten Seegang einfach weg. Dunkeln Sie die Kabine ab, denn auch flackerndes Licht kann die Übelkeit verstärken.
Ein Hinweis zur Einordnung: Diese Tipps beruhen auf der Erfahrung an Bord und ersetzen keinen ärztlichen Rat. Was bei einem Gast gut wirkt, kann beim nächsten wenig ausrichten.
Medikamente und Pflaster: Was Sie vorab ärztlich klären sollten
Medikamente gegen Seekrankheit gehören in ärztliche Hände. Es gibt Tabletten, Kaugummis und Pflaster. Die meisten werden vorbeugend eingenommen, also bevor die Übelkeit da ist. Genau deshalb gehört das Gespräch darüber in die Reisevorbereitung und nicht in die Kabine am ersten Seetag. Welches Mittel zu Ihnen passt, hängt von Ihrer Gesundheit, anderen Medikamenten und möglichen Nebenwirkungen wie Müdigkeit ab. Deshalb nennen wir hier bewusst keine Produkte und keine Dosierungen.
Besprechen Sie das Thema vor der Reise mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und nehmen Sie die abgesprochenen Mittel von zu Hause mit. An Bord steht Ihnen zusätzlich ein Bordarzt zur Seite, falls Übelkeit und Erbrechen stärker ausfallen als erwartet.
Unterstützung an Bord des Schiffs: die Sea Spirit
Auf einem kleinen Expeditionsschiff sind Sie nie allein mit dem Seegang. Große Schiffe auf klassischen Kreuzfahrten liegen ruhiger im Wasser, dafür kommen sie in der Antarktis nicht an Land. Die Sea Spirit nimmt 114 Gäste auf, ist mit Stabilisatoren ausgestattet und hat einen Bordarzt an Bord. Das Expeditionsteam kennt die Überfahrt aus vielen Querungen und weiß, wer an Tag eins einen ruhigen Platz in der Lounge braucht und wer lieber an Deck Vögel zählt.
Die Seetage sind zudem gefüllt: Vorträge zur Tierwelt und Geschichte der Antarktis, Vorbereitung auf die ersten Anlandungen, Zeit für Fragen an Biologinnen, Geologen und Historiker. Wer beschäftigt ist, denkt weniger an die Bewegung und spürt die Seekrankheit oft weniger.
Lohnt sich die Antarktis trotz Seegang?
Die zwei Seetage sind der Preis für den Weißen Kontinent, und fast jeder Gast zahlt ihn gern. Dann taucht das erste Eis auf, danach die ersten Pinguine, und die Seekrankheit ist vergessen. Die Überfahrt gehört zur Expedition dazu. Viele Gäste erzählen später zuerst von ihr, wenn sie von ihrer Reise berichten, weil sie das Gefühl vermittelt, wirklich an das Ende der Welt gereist zu sein.
Wer mehr Zeit mitbringt, kann die Überfahrt mit einer Antarktis-Expedition über den südlichen Polarkreis verbinden oder auf einer Antarktis-Reise mit Falklandinseln und Südgeorgien die offene See nur in eine Richtung queren.
Die Überfahrt ist der Weg zu einer der eindrucksvollsten Landschaften der Erde. Entdecken Sie unsere Antarktis-Kreuzfahrten und finden Sie die passende Abfahrt für Ihre Reise.
Seekrankheit Kreuzfahrt: Häufige Fragen im Überblick
Wird man auf jeder Antarktis-Kreuzfahrt seekrank?
Nein, das hängt von Wetter, Seegang und der persönlichen Empfindlichkeit ab. Viele Überfahrten verlaufen ruhig, und viele Gäste spüren den Seegang nur am ersten Tag.
Wo ist man auf einem Kreuzfahrtschiff am wenigsten seekrank?
In der Mitte des Schiffes und auf den unteren Decks sind die Bewegungen am geringsten, weil dort der Drehpunkt des Schiffs liegt. Eine Außenkabine mit Fenster hilft zusätzlich, weil Sie den Horizont sehen.
Was hilft gegen Seekrankheit auf einer Kreuzfahrt?
Horizont fixieren, frische Luft, leichte Kost, Ingwer und Akupressurbänder sind die Mittel, auf die Reisende an Bord am häufigsten setzen. Medikamente sollten Sie vor der Reise ärztlich abklären.
Was passiert, wenn ich auf der Überfahrt trotzdem seekrank werde?
Ziehen Sie sich in die Kabine zurück, legen Sie sich hin und schließen Sie die Augen. Trinken Sie in kleinen Schlucken. Bessert sich nichts, wenden Sie sich an den Bordarzt oder an das Expeditionsteam.
Wie lange ist man nach einer Schifffahrt seekrank?
Bei den meisten Reisenden lassen die Symptome innerhalb von Stunden nach, sobald das Schiff ruhigere See erreicht oder sie an Land sind. Halten die Beschwerden länger an, holen Sie ärztlichen Rat ein.
Sind Kinder auf Kreuzfahrten anfälliger für Seekrankheit?
Ja, Kinder reagieren oft empfindlicher auf Seegang als Erwachsene. Für sie gelten dieselben Tipps: Horizont suchen, frische Luft, leichte Kost und viel Ruhe. Medikamente für Kinder nur nach ärztlicher Rücksprache.
Hilft es, sich vor der Reise an Seegang zu gewöhnen?
Ja, wer Erfahrung auf Fähren oder Segelbooten hat, weiß besser, wie der eigene Körper reagiert. Eine Garantie gegen Seekrankheit ist das nicht, aber es hilft bei der Vorbereitung.
