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Poseidon Expeditions Magazin
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Regeln für Antarktis Reisen

Wie die IAATO "Wilderness Etiquette" allen Antarktis Besuchern die bestmögliche Antarktis Erfahrung ermöglicht

Passagiere, die von ihrer Antarktis Reise zurückkehren, sind gelegentlich erstaunt über den erfreulichen Umstand, dass sie während ihres beeindruckenden Abenteuers auf dem Weißen Kontinent kaum andere Schiffe zu Gesicht bekamen. Denn bei ihrer Ankunft und Einschiffung in Ushuaia staunten eben diese Reisenden doch oft darüber, dass sie acht, neun manchmal sogar zehn Schiffe aller Größen am sogenannten "Turn-Around-Day" - so nennt man in der Branche den Tag der Ein- und Ausschiffung - zur gleichen Zeit an der langen Pier festgemacht sahen. Die meisten Reisenden haben zudem Kenntnis von dem Umstand, dass im Laufe der vergangenen Jahre eine steigende Zahl an Expeditionsschiffen die Antarktische Halbinsel besucht.

Und dennoch berichten einige Reisende, dass sie nach dem verlassen des Beagle-Kanals im Süden Feuerlands eine ganze Woche lang kein anderes Schiff gesehen haben. Aber, wo sind plötzlich alle anderen Schiffe hin?


Kreuzfahrt Antarktische Halbinsel - viel Platz an schneebedeckten Küsten

Zunächst einmal verfügt unser Zielgebiet, die nördlichste Region der Antarktischen Halbinsel - zusammen mit dem Archipel der Süd-Shetland-Inseln, der etwas näher an der Spitze Südamerikas liegt - über Tausende von Kilometern zerklüfteter felsiger, schneebedeckter Küstenlandschaft. Kleine Küsteninseln, Landzungen, Höhlen und Buchten sind reichlich vorhanden. Es gibt viele, viele Orte, an denen sich ein kleines antarktisches Expeditionskreuzfahrtschiff "verstecken" kann, sogar dann, wenn der Kapitän und der Expeditionsleiter es gar nicht aktiv versuchen! An den besten Plätze liegt man oft fast unsichtbar und versteckt hinter einer Reihe von zerklüfteten, gebirgigen Küstenlinien. Natürlich bieten diese geschützten Ankerplätze leichten Zugang zu einer Vielzahl von Anlandestellen, an denen Besucher große Pinguinkolonien, Robben und vereinzelt auch eine Forschungsstation hautnah und persönlich erleben können.


Antarktis Expeditionskreuzfahrten geplant mit dem IAATO "Ship Scheduler"

Zum Zweiten, ob Sie es glauben oder nicht, ist dieser Mangel an sichtbarem Verkehr tatsächlich geplant. Der Grund dafür ist ein wichtiges Instrument, das alle antarktischen Kreuzfahrtveranstalter durch ihre Partnerschaft mit der IAATO, der Internationalen Vereinigung der Reiseveranstalter in der Antarktis, nutzen. Dieses Instrument nennt sich "Ship Scheduler" und ist eine Online-Datenbank, die es den Anbietern von Expeditionskreuzfahrten ermöglicht, die Reiserouten für die gesamte Saison im Voraus zu planen. Aber wie genau funktioniert es und warum kommt es dem Reisenden zugute?

Am "Derby Day" einem mit großer Spannung erwarteten Tag etwa fünf Monate vor Beginn der Antarktis Saison schaltet die IAATO den "Online Ship Scheduler" für die Reiseanbieter frei. Diese können dann ihre jeweiligen Wunsch Landeplätze in die Datenbank eingeben. Der Scheduler erfasst jeden einzelnen Tag der antarktischen Tourismussaison, indem er die einzelnen Tage in Segmente oder Besuchs-Zeitfenster von 4-5 Stunden aufteilt. Die Veranstalter wählen dann einfach den von ihnen gewünschten Landeplatz an einem gewünschten Tag und in dem gewünschten Zeitfenster aus. Klingt ganz einfach, oder? Oh, wäre es doch nur so einfach!


Der "Derby Day" - verrückte und hektische Antarktis Reiseplanung

Man muss sich vor Augen halten, dass die Veranstalter der IAATO in fast allen Teilen der Welt ansässig sind - unter anderem in Australien und Neuseeland, Deutschland und Frankreich, Norwegen und England, den USA, Kanada und Argentinien - und dass jeder von ihnen sich darum bemüht, an jedem einzelnen Tag der Saison genau das zu bekommen, was er haben will. Und jetzt gibt jeder von ihnen am "Derby Day" gleichzeitig und in Echtzeit die Landeplätze für jedes Schiff auf dem Computer ein, sei es mittags an der Ostküste der USA, um 2:00 Uhr nachts in Australien oder um 18:00 Uhr in Deutschland!

Sobald ein Zeitfenster an einem bestimmten Termin ausgewählt ist, ist dieses Fenster für niemand anderen in der Online-Datenbank verfügbar. Das hört sich ein bisschen verrückt und hektisch an und das kann es manchmal auch sein - ganz besonders für diejenigen, die ihre Daten um 2:00 Uhr in der Nacht eingeben - aber am Ende erhalten die meisten Anbieter, die Landeplätze die sie sich gewünscht haben, oder eine gleichwertige Alternative in der näheren Umgebung. Wenn man sich vor Augen hält, dass hier Konkurrenten kooperationsbereit zusammenarbeiten, um ihre Schiffe über die gesamte Halbinsel zu verteilen und eine Überlastung eines Landeplatzes an einem bestimmten Tag zu vermeiden, ist das eine ziemlich erstaunliche Leistung.


Ein Gentlemen's Agreement für die bestmögliche Antarktis Erfahrung

Man stelle sich einmal die Alternative vor: zwei, drei oder sogar mehr Kapitäne bzw. Expeditionsleiter, die vorhaben, den gleichen Ort zur gleichen Zeit am gleichen Tag zu besuchen. Das Ergebnis wäre für die Passagiere zweifellos unbefriedigend und für das Ökosystem belastend. Der "Ship Scheduler" ist daher ein Teil von dem, was die IAATO ihre "Wilderness Etiquette" nennt - eine Art Gentlemen's Agreement zwischen den Anbietern, um, wenn Sie so wollen, dazu beizutragen, dass die Passagiere aller Schiffe stets in den Genuss der bestmöglichen Antarktis Erfahrung kommen.

Als vollberechtigtes Mitglied der IAATO und mit einem Team, das in vielen Ausschüssen und Arbeitsgruppen des Verbandes aktiv ist, profitiert Poseidon Expeditions vom "Ship Scheduler" und dem Mehrwert, den er unseren Reisenden bietet. Die Antarktis ist eine der letzten großen, abgeschiedenen Regionen der Welt und wir tun alles, damit dieser Eindruck von Größe und Abgeschiedenheit erhalten bleibt.