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Poseidon Expeditions Magazin
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Die Nordpole der Erde

Oder, wieso es den Nordpol viermal gibt

Nein, Sie haben sich nicht verlesen und wir haben uns beim Schreiben der Überschrift zu diesem MAGAZIN Beitrag auch nicht vertippt. Es gibt nicht nur einen Nordpol auf unserem Planeten sondern, abhängig von der Definition sogar mindestens vier - den Pol der Unzugänglichkeit, den magnetischen Nordpol, den nördlichen Kältepol und natürlich den wohl jedermann bekannten geographischen Nordpol. All diese Pole stellen wir Ihnen im Folgenden einmal genauer vor.



Ganz weit weg - Der Nordpol der Unzugänglichkeit

Inmitten des arktischen Ozeans liegt der Pol der Unzugänglichkeit. Als Unzugänglichkeitspol bezeichnet man grundsätzlich diejenigen Positionen auf der Erde, entweder an Land oder auf dem Wasser, die eine maximale Entfernung zur nächstgelegenen Küste aufweisen. Man spricht auch vom Pol der Unerreichbarkeit. Dieses Konzept geht auf den kanadischen Polarforscher Vilhjálmur Stefánsson zurück, der mit diesem Pol-Konzept zwischen dem geografischen Nordpol und dem vom Land entferntesten Punkt der Arktis unterscheiden wollte. Der Nordpol der Unzugänglichkeit befindet sich bei 84° 3′ N, 174° 51′ W im Packeis der Arktis, an der Stelle die am weitesten von Festländern und Inseln entfernt ist. Dieser Unzugänglichkeitspol liegt 772 Kilometer vom geographischen Nordpol, 1465 Kilometer nördlich von Alaska, 1070 Kilometer von der kanadischen Ellesmere-Insel und 1390 Kilometer von Franz-Josef-Land entfernt. Der Nordpol der Unzugänglichkeit wurde 1927 erstmals von Sir Hubert Wilkins per Flugzeug erreicht. Aufgrund der permanenten Eisdrift  gibt es natürlich keinen feststehenden Punkt und somit natürlich auch keine Landmarke.

Es wird physikalisch - Der magnetische Nordpol

Als magnetischen Nordpol bezeichnet man den Punkt auf der Erdoberfläche, an dem das Magnetfeld der Erde direkt nach unten gerichtet ist. Auf der Grundlage dieser einfachen Definition besitzt der magnetische Nordpol des Weiteren folgende Eigenschaften:

  • die Neigung einer frei hängenden Magnetnadel zur Waagerechten (Inklination) beträgt 90°;
  • die Stärke des waagerechten Magnetfelds beträgt 0 Tesla
  • die magnetischen Feldlinien beschreiben auf den Magnetpol zulaufende Pfade
  • die Linien gleicher magnetischer Deklination laufen auf den Magnetpol zu, weshalb dort eine Abweichung der Magnetnadel von der geografischen Nordrichtung (Deklination) nicht feststellbar ist

Als Hilfe zum Verständnis der Definition und der Eigenschaften des Magnetpols ist es von Nutzen, sich das Magnetfeld eines einfachen Stabmagneten anzusehen. Das Magnetfeld, das einen Stabmagneten umschließt, kann anhand seiner „Kraftlinien“ oder „Magnetfeldlinien“ sichtbar gemacht werden. Dies erfolgt gewöhnlich mit Eisenspänen, die man auf ein Blatt Papier streut, welches über den Magneten gehalten wird. Die Feldlinien beginnen an dem einen Ende des Magneten und enden an dem anderen Ende, wobei sie einen Bogen formen. Man bezeichnet das Ende, an dem das Magnetfeld nach außen gerichtet ist, als „Nordpol“ des Magneten und das Ende, an dem das Magnetfeld nach innen gerichtet ist, als dessen „Südpol“. Das Magnetfeld eines Stabmagneten wird ein „dipolares“ Feld genannt, weil es zwei Pole aufweist. Ein solches dipolares Feld ist eine erste gedankliche Annäherung an das Magnetfeld der Erde. Um weiterzudenken, stelle man sich nun einen Stabmagneten am Mittelpunkt der Erde vor.

Konsequent nach der Definition der Pole, die wir oben für einen Stabmagneten aufgestellt hatten, müsste das Magnetfeld der Erde sich an dieser Stelle analog verhalten. Jedoch ist die Form des Erdmagnetfelds sehr viel komplexer als ein simpler dipolarer Aufbau. Als Ergebnis liegen die zu beobachtenden Positionen der realen Magnetpole in erheblicher Entfernung von den Endpunkten des gedachten Stabmagneten. Die Komplexität des Magnetfelds hat noch eine andere wichtige Auswirkung: Ein Kompass weist nicht direkt zum magnetischen Nordpol. Wenn Sie zu einer Wanderung zum magnetischen Nordpol aufbrechen und sich immer an der Kompassnadel orientieren, werden Sie zwar schließlich den Pol erreichen, jedoch nicht auf einem direkten Weg.

Das Magnetfeld ist in der nördlichen Hemisphäre abwärts und in der südlichen Hemisphäre aufwärts gerichtet. Dies bedeutet, dass der magnetische Pol in der Arktis eigentlich ein „Südpol“ ist. Allerdings hat es sich angesichts der langjährigen Übung und der geografischen Lage eingebürgert, trotzdem vom magnetischen „Nordpol“ zu sprechen. Der magnetische Nordpol treibt langsam durch die kanadische Arktis. Derzeit wandert er jährlich um etwa 40 Kilometer nordwestwärts und hat die kanadischen Inseln im Nordpolarmeer verlassen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2020 bewegt sich der magnetische Nordpol innerhalb des nächsten Jahrzehnts aufgrund von Änderungen an der Kern-Mantel-Grenze wahrscheinlich um ca. 500 Kilometer weiter in Richtung Sibirien.

Ziemlich frostig - Der Kältepol

Werchojansk, gelegen am Ufer des Jana-Flusses in der russischen Republik Jakutien, hat die Ehre, der kälteste Punkt in der nördlichen Hemisphäre zu sein. Theoretisch müsste es eigentlich mit jedem Schritt vom Äquator hin zum Nordpol kälter werden, aber in Werchojansk, das 2.414 km südlich davon liegt, ist es nachgewiesenerweise am kältesten. Die Stadt machte erstmals Geschichte am 15. Januar 1885, als die Rekordtemperatur von −68 °C dort gemessen wurde – ein Rekord, der noch immer Bestand hat, auch wenn er einige Male fast gebrochen worden wäre. 1996 zum Beispiel wurde ‒ trotz globaler Erwärmung ‒ eine Temperatur von −65 °C aufgezeichnet. Zwar konkurriert Werchojansk mit einer anderen Stadt in Jakutien ‒ Oimjakon ‒ um den zweifelhaften Titel der kältesten Stadt der Welt; die meisten Klimaforscher stimmen aber darin überein, dass Werchojansk die Gewinnerin dieses kleinen Wettstreits ist.

Der Grund, weshalb es in Werchojansk so viel kälter als am Nordpol ist, besteht wohl darin, dass die Stadt im Zentrum einer riesigen Landmasse liegt, die viel effektiver kühlt als der Arktische Ozean. Die Region rund um Werchojansk weist darüber hinaus eine Temperaturanomalie auf: In den tiefer gelegenen Gebieten ist es kälter als auf den Bergen. Die Lufttemperatur am Erdboden kann bis zu zehn Grad unter der Temperatur in zwei Meter Höhe liegen. Im Sommer wird es allerdings ziemlich heiß: 1998 im Juli wurden 40 °C gemessen. Daraus ergibt sich ein Jahrestemperaturunterschied von 90 °C, dem größten Wert weltweit.

Der Pol den  jeder kennt - Der geografische Nordpol

Der geografische Nordpol ist derjenige, den jedermann im  Kopf hat, wenn verkürzt vom Nordpol die Rede ist. Der geografische Nordpol ist auch bekannt als wahrer Nordpol und Sie können Ihn mit Poseidon Expeditions im Rahmen einer Nordpol Eisbrecher Expedition mit der 50 Years of Victory tatsächlich erreichen. Er ist der Nordpunkt, an dem die Rotationsachse der Erde auf die Erdoberfläche trifft. An diesem Ort beschreibt die Sonne, ohne unterzugehen, sechs Monate einen Kreis am Horizont, worauf eine Dämmerung einsetzt, welche in die Polarnacht übergeht. Die Polarnacht dauert ebenfalls sechs Monate an. Der geografische Nordpol hat feste Koordinaten: Er liegt bei genau 90° nördlicher Breite. In welche Richtung man sich an diesem Punkt auch wendet, immer bewegt man sich nach Süden, was Ihnen bei Ihrem Besuch buchstäblich die Gelegenheit gibt, einmal rund um den Globus zu laufen.