Magazin / Königspinguine Südgeorgien - Das größte Tierspektakel der Erde
23 Juni, 2026
Datum der Veröffentlichung

Königspinguine Südgeorgien - Das größte Tierspektakel der Erde

Der Königspinguin (Aptenodytes patagonicus) ist nach dem Kaiserpinguin die zweitgrößte Pinguinart der Welt. Und nirgendwo sonst lebt er in solchen Massen wie auf dieser abgelegenen subantarktischen Insel Südgeorgien: Schätzungen gehen von rund 400.000 bis 450.000 Brutpaaren aus, verteilt auf rund 30 Kolonien, was ungefähr einem Drittel bis zur Hälfte des Weltbestands entspricht.

Manche Quellen nennen vorsichtigere Zahlen, doch eines ist unbestritten: Südgeorgien ist der wichtigste Lebensraum dieser Art. Wer Königspinguine wirklich erleben will, kommt an dieser Insel kaum vorbei. Die gute Nachricht: Mit einer Expeditionskreuzfahrt nach Südgeorgien von Poseidon Expeditions führt der Weg mitten hinein – an Bord kleiner Expeditionsschiffe, die intensive Naturbeobachtungen und lange Landgänge ermöglichen.

Steckbrief - Alles über den Königspinguin

Bevor es an die Kolonien geht, lohnt ein genauer Blick auf das Tier selbst. Denn wer den Königspinguin verstehen will, versteht auch, warum Südgeorgien für ihn so ein besonderer Ort ist.

Aussehen und Körperbau

Königspinguine sind unverkennbar. Mit einer Körpergröße von rund 85 bis 95 Zentimetern (manche Tiere erreichen sogar knapp einen Meter) und einem Gewicht zwischen etwa 9,3 und 18 Kilogramm gehören sie zu den ganz Großen unter den Pinguinen, übertroffen nur vom Kaiserpinguin. (Quelle)

Das auffälligste Merkmal? Die leuchtend orange-goldenen Flecken seitlich am Kopf und an der Kehle, die in ein zartes Gelb der Brust übergehen. Der Rücken ist schiefergrau bis schwarz, der Bauch reinweiß. Ein Kontrast, der vor Gletscherkulisse fast unwirklich wirkt.

Unter dem eleganten Federkleid steckt ein durchdachter Apparat für die Kälte. Der Körper ist stromlinienförmig, das Gefieder dicht und mehrschichtig, darunter liegen kräftige Fettreserven. So trotzt der Vogel eisigem Wind und Wasser nahe dem Gefrierpunkt - ein Überlebenspaket, das ihn auch in der rauen Subantarktis bestehen lässt.

Häufige Verwechslung: Königspinguin oder Kaiserpinguin? Der Kaiserpinguin ist deutlich größer (bis etwa 120 cm), seine Kopfflecken sind blasser und eher gelblich. Der Königspinguin wirkt schlanker, seine Ohrflecken leuchten kräftiger orange und laufen tropfenförmig aus. Und: Kaiserpinguine brüten auf dem antarktischen Packeis, Königspinguine niemals auf Eis.

Zur schnellen Einordnung - die beiden „Kaiser-Klassen" im direkten Vergleich:

Merkmal

Königspinguin

Kaiserpinguin

Größe

ca. 85-95 cm

bis ca. 120 cm

Gewicht

ca. 9,3-18 kg

ca. 22-45 kg

Kopf-/Ohrflecken

leuchtend orange, tropfenförmig

blasser, eher gelblich

Brutplatz

subantarktische Inseln (z. B. Südgeorgien), nie auf Eis

antarktisches Packeis

Brutzyklus

rund 14-16 Monate

innerhalb eines Jahres

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Königspinguine auf Südgeorgien: Die Insel beherbergt die größten Kolonien dieser beeindruckenden Pinguinart und bietet eines der spektakulärsten Naturerlebnisse der Subantarktis.

Lebensraum und Verbreitung

Königspinguine sind Bewohner der subantarktischen Inseln - des Gürtels rund um den Südlichen Ozean, nördlich des eigentlichen antarktischen Kontinents. Südgeorgien ist dabei mit Abstand der wichtigste Standort.

Daneben gibt es bedeutende Kolonien auf den Crozet-Inseln (rund 455.000 Paare), den Prince-Edward-Inseln, den Kerguelen sowie auf Macquarie Island (etwa 70.000 Paare) und in kleinerem Umfang auf den Falklandinseln. (Quelle)

Was braucht ein Königspinguin? Flache, kiesige Strände in der Nähe nährstoffreicher Gewässer. Kein Nest aus Steinen, kein Brüten auf Eis: ganz anders als beim Kaiserpinguin. Das Klima auf Südgeorgien ist dabei alles andere als gemütlich: starker Wind, häufiger Schnee, Sommertemperaturen meist um 0 bis 5 °C. Rau, aber für diese Tiere genau richtig. (Quelle)

Nahrung und Jagdverhalten

Auf dem Speiseplan stehen vor allem Laternenfische und Tintenfische, dazu Krill. Um an seine Beute zu kommen, wird der Königspinguin zum Hochleistungstaucher: Auf Nahrungsfahrten taucht er regelmäßig über 100 Meter tief, nachweislich auch tiefer als 300 Meter: der Rekord liegt bei 343 Metern, gemessen bei den Falklandinseln.

Ein einzelner Tauchgang dauert oft rund fünf Minuten. Gejagt wird meist tagsüber, in der Tiefe; nachts bleiben die Tiere flacher. Während der Kükenaufzucht sind die Altvögel manchmal tagelang auf See, weit draußen, auf der Suche nach genügend Fisch für sich und den Nachwuchs.

Diese enge Bindung an bestimmte, nährstoffreiche Meeresgebiete ist auch die Achillesferse der Art - denn verschiebt sich das Nahrungsangebot, etwa durch wärmeres Wasser, geraten ganze Kolonien unter Druck. (Quelle)

Der Brutzyklus der Königspinguine - ein Wunder der Natur

Kaum etwas an diesem Vogel ist so faszinierend wie seine Fortpflanzung. Der Brutzyklus ist einer der längsten und kompliziertesten im gesamten Vogelreich und genau deshalb sieht man auf Südgeorgien zu jeder Reisezeit Tiere in völlig unterschiedlichen Lebensphasen nebeneinander.

Partnerfindung und Balzverhalten

Ab dem Frühsommer, etwa ab November, füllen sich die Kolonien. Die Altvögel kehren zurück, und dann beginnt das große Werben.

Die Balz ist ein regelrechtes Schauspiel: gestreckte Hälse, langsame Kopfbewegungen, dazu laute, trompetenartige Rufe. Jeder Ruf ist individuell, eine Art akustischer Fingerabdruck. Klingt unglaublich, ist aber überlebenswichtig. Denn wie soll man seinen Partner sonst in einer Menge von Hunderttausenden wiederfinden? Über die Stimme. Genau so.

Königspinguine sind eher saisonale Partner als treue Lebensgefährten. Die Partnertreue zwischen zwei Jahren liegt bei unter 30 Prozent, auch weil der lange Brutzyklus eine jährliche Wiederholung mit demselben Partner erschwert. (Quelle)

Brutpflege - kein Nest, sondern Körperwärme

Hier wird es richtig besonders. Königspinguine bauen kein Nest. Stattdessen legt das Weibchen ein einziges Ei, das fortan auf den Füßen balanciert und unter einer warmen Bauchfalte (einer sogenannten Brutfalte) gewärmt wird. Trotz ihrer sozialen Lebensweise verteidigen die Tiere in der Kolonie dabei ein kleines Territorium rund um Ei oder später Küken.

Bebrütet wird das Ei rund 55 Tage lang. Vater und Mutter wechseln sich dabei in Schichten von etwa 6 bis 18 Tagen ab. Während einer brütet, zieht der andere zum Fischen aufs Meer hinaus. Ein eingespieltes Wechselspiel, das viel Vertrauen verlangt.

Leicht ist das nicht. Raubmöwen (Skuas) und andere Räuber lauern auf unbewachte Eier, die Kälte fordert ihren Tribut, und unerfahrene Erstbrüter verlieren ihr Gelege überdurchschnittlich oft. Und dann ist da die schiere Dauer: Vom Eierlegen bis zur Selbstständigkeit des Kükens vergehen rund 14 bis 16 Monat, länger als bei jeder anderen Pinguinart. Ein Zyklus, der sich über mehr als einen antarktischen Winter zieht. (Quelle)

Kükenaufzucht und Mauser

Wer zum ersten Mal ein Königspinguin-Küken sieht, traut seinen Augen kaum. Die Jungen tragen ein dichtes, schokoladenbraunes Daunenkleid - so flauschig und so anders als die Eltern, dass frühe Naturforscher sie tatsächlich für eine eigene Art hielten und von „Wollpinguinen" sprachen.

Zum Schutz vor Kälte und Fressfeinden rotten sich die Küken zu dichten Gruppen zusammen, sogenannten Crèches oder „Kindergärten". Während die meisten Eltern auf See sind, passen wenige Altvögel auf den Pulk auf.

Erst nach rund zehn bis dreizehn Monaten tauschen die Jungtiere ihr braunes Daunenkleid gegen das wasserdichte Federkleid der Erwachsenen. Vorher dürfen sie nicht ins Meer.

Auch die Altvögel mausern, einmal im Jahr. Diese Phase dauert rund drei Wochen, und sie hat es in sich: Solange das alte Gefieder noch nicht ersetzt ist, sind die Tiere nicht wasserdicht, können nicht jagen und fasten schlicht. Ein erschöpfter, struppiger Pinguin am Strand ist also kein kranker Pinguin, sondern meist einfach mitten in der Mauser.

Die Kolonien Südgeorgiens - wo die Massen leben

Südgeorgien ist kein einzelner Hotspot, sondern eine Aneinanderreihung spektakulärer Schauplätze. Drei davon sollte man kennen - sie gehören zu den eindrucksvollsten Tieransammlungen, die unser Planet zu bieten hat.

Ein Überblick über die wichtigsten Königspinguin-Kolonien der Insel:

Kolonie

Geschätzte Brutpaare

Lage & Besonderheit

St. Andrews Bay

ca. 150.000-250.000

größte Kolonie der Insel, mit See-Elefanten und Pelzrobben

Salisbury Plain

ca. 30.000-60.000+

flache Nordküsten-Ebene, von Gletschern umrahmt

Gold Harbour

kleiner, kompakt

dramatische Bergwand mit Hängegletscher

Royal Bay, Right Whale Bay, Fortuna Bay, Cooper Bay

wechselnd

weitere Anlaufpunkte, je nach Wetter und Eislage

Salisbury Plain - die Klassiker-Kolonie

Salisbury Plain, eine flache Schwemmebene an der Nordküste, eingerahmt von Gletschern, ist für viele der erste große Pinguin-Moment einer Reise. Die Schätzungen zur Koloniegröße schwanken je nach Zählung erheblich, von rund 30.000 bis über 60.000 Brutpaaren, in Spitzenzeiten werden sogar noch höhere Zahlen genannt.

Was bleibt, ist kein Datenpunkt, sondern ein Gefühl. Der Geruch. Der ohrenbetäubende Lärm. Die schiere Dichte der Tiere bis zum Horizont. Und genau hier zahlt sich unser Poseidon Expedition-Ansatz aus: Mit gut 100 Gästen an Bord und langen Landzeiten von durchschnittlich 2,5 Stunden pro Ausflug bleibt Zeit, das Schauspiel wirklich auf sich wirken zu lassen - ohne Gedränge, ohne Stoppuhr. (Quelle)

St. Andrews Bay - das Naturschauspiel schlechthin

Wenn es einen Ort gibt, der selbst erfahrene Polarreisende sprachlos macht, dann diesen. St. Andrews Bay beherbergt Südgeorgiens größte Königspinguin-Kolonie. Die Schätzungen reichen von über 150.000 bis zu rund 250.000 Brutpaaren, je nach Erhebung und Methode. Zur Einordnung: Bei einer Zählung im Internationalen Polarjahr 1882/83 waren es hier nur etwa 1.100 Paare. Die Erholung der Art ist also auch eine echte Erfolgsgeschichte. (Quelle)

Die Kulisse tut ihr Übriges: Gletscherzungen, dahinter schroffe Berge, davor ein breiter Strand, übersät mit Pinguinen und mittendrin See-Elefanten und Pelzrobben, die sich den Platz ganz selbstverständlich mit den Vögeln teilen. Ein lebendes Wimmelbild, größer als jede Vorstellung. (Quelle)

Gold Harbour und weitere Standorte

Gold Harbour ist kleiner, aber nicht weniger dramatisch: eine kompakte Kolonie vor einer steilen Bergwand mit Hängegletscher, der im Morgenlicht tatsächlich golden schimmern kann. Dazu kommen weitere lohnende Anlaufpunkte wie Royal Bay, Right Whale Bay, Fortuna Bay und Cooper Bay entlang der abgelegenen Küste Südgeorgiens.

Südgeorgien - mehr als nur Pinguine

So sehr die Königspinguine die Bühne beherrschen: Südgeorgien wäre nur halb so faszinierend, wenn da nicht noch so viel mehr wäre. Diese Insel ist ein komplettes Ökosystem und ein Stück Polargeschichte obendrein.

Tierwelt jenseits der Königspinguine

Königspinguine teilen sich die Insel mit weiteren Pinguinarten: Eselspinguinen, Zügelpinguinen und den extravaganten Goldschopfpinguinen (Makkaroni-Pinguinen) mit ihren gelben Federschöpfen.

Dazu Robben in beeindruckender Zahl. Die antarktischen Pelzrobben zählen hier nach Millionen, und mächtige See-Elefanten liegen wie Findlinge an den Stränden. Über allem kreisen Seevögel: Riesensturmvögel, dazu der Wanderalbatros mit der größten Flügelspannweite aller Vögel. Und in den Gewässern ringsum ziehen Buckelwale, Orcas und Südkaper vorbei. Kurz: ein Naturparadies, wie es kaum ein zweites gibt.

Geschichte und das Erbe von Ernest Shackleton

Südgeorgien ist auch ein Wallfahrtsort für alle, die von großen Expeditionen träumen. 1916 erreichte Ernest Shackleton nach dem Verlust seines Schiffes Endurance in einem offenen Rettungsboot die Insel und überquerte anschließend zu Fuß ihr unwegsames Inneres, um Hilfe für seine zurückgelassene Mannschaft zu holen. Eine der größten Überlebensgeschichten der Polargeschichte.

Shackleton starb 1922 auf Südgeorgien und liegt bis heute auf dem kleinen Friedhof von Grytviken begraben. Ein Besuch seines Grabes gehört für viele Reisende fest dazu. Rundherum erinnern verfallene Walfangstationen wie Grytviken und Stromness an die industrielle Vergangenheit der Insel. Eine optionale Wanderung auf den letzten Etappen der Shackleton-Route ist für viele ein persönliches Highlight. (Quelle)

Klima, Geografie und beste Reisezeit

Geografisch liegt Südgeorgien als Hauptinsel der Inselgruppe rund 54° südlicher Breite, also weit im Süd der Subantarktis, etwa 1.400 Kilometer östlich der Falklandinseln, mitten im Südatlantik am Rand des Südpolarmeer, fernab vom nächsten Festland. Es ist eine gebirgige, von Gletschern überzogene Insel; der höchste Gipfel, der Mount Paget, misst rund 2.935 Meter, und über 160 Gletscher reichen bis hinunter zu tief eingeschnittenen Fjorden.

Das Klima ist rau: Wind, Niederschlag und Schnee gehören dazu, aber merklich milder als auf dem antarktischen Kontinent. Die beste Reisezeit liegt im Südsommer von November bis März. Wer es vor allem auf Königspinguine abgesehen hat, reist idealerweise zwischen Dezember und Februar: Dann sind sowohl Altvögel als auch Küken in den Kolonien zu sehen, und das Wetter zeigt sich vergleichsweise stabil, ein außergewöhnliches, abgelegenes Reiseziel für Naturreisende. (Quelle)

Schutz und Bedrohung der Königspinguin-Bestände

Diese Bilder von übervollen Stränden täuschen leicht über eine unbequeme Wahrheit hinweg: Auch eine so große Population ist verletzlich. Wer Südgeorgien besucht, sollte wissen, worum es geht.

Populationsentwicklung und aktueller Bestand

Weltweit wird der Bestand auf rund 2,23 Millionen Brutpaare geschätzt - mit steigender Tendenz. Den größten Anteil daran trägt Südgeorgien. Dass es heute wieder so viele sind, ist alles andere als selbstverständlich.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden Pinguine, Robben und Wale industriell ausgebeutet; Pinguine etwa kochte man für ihr Öl aus. Seit dem Ende dieser Ära haben sich die Bestände vielerorts deutlich erholt. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Königspinguin heute als „nicht gefährdet" (Least Concern) ein. Ein gutes Zeichen - aber kein Grund zur Sorglosigkeit.

Klimawandel als zentrale Bedrohung

Die größte Gefahr trägt heute keinen Namen wie Walfang, sondern heißt Erderwärmung. Der Südliche Ozean wird wärmer, und damit verschiebt sich die sogenannte Polarfront - jene Zone, in der die Pinguine ihre Nahrung finden und deren Gebiet um Südgeorgien für die Tiere entscheidend ist - weiter nach Süden, also weg von den angestammten Brutinseln.

Eine vielzitierte Studie unter Leitung von Robin Cristofari, 2018 in „Nature Climate Change" veröffentlicht, zeichnet ein ernüchterndes Bild: Unter einem Szenario hoher Emissionen könnten bis zum Jahr 2100 rund 49 Prozent der Königspinguine ihre Brutgebiete vollständig verlieren, weitere 21 Prozent einen stark veränderten Lebensraum vorfinden - zusammen also etwa 70 Prozent des Weltbestands. In wärmeren Jahren sinkt zudem messbar der Bruterfolg, im Vergleich zu milderen Bedingungen anderswo besonders deutlich.

Und es trifft nicht nur die Pinguine. Geht der Krill zurück, gerät das gesamte antarktische Nahrungsnetz ins Wanken: von der Robbe bis zum Wal. Die Königspinguine sind insofern auch ein Frühwarnsystem für die Gesundheit des Südpolarmeers.

Schutzmaßnahmen und nachhaltiger Tourismus

Es gibt aber auch Grund zur Zuversicht. Südgeorgien gilt als Naturschutzgebiet von Weltrang. Der South Georgia Heritage Trust hat mit einem aufwendigen Projekt eingeschleppte Ratten von der Insel getilgt: ein Erfolg, von dem vor allem die bodenbrütenden Vögel profitieren.

Für Besucher gelten klare Regeln. Die Richtlinien der IAATO (International Association of Antarctica Tour Operators) schreiben unter anderem Mindestabstände zu den Tieren und begrenzte Besucherzahlen pro Landeplatz vor. Poseidon Expeditions ist sowohl von der IAATO als auch von der AECO zertifiziert, fährt bewusst kleine Schiffe mit gut 100 Gästen und unterstützt aktiv Naturschutzprojekte in der Region.

Klingt paradox, ist aber so: Verantwortungsvoller Expeditionstourismus kann dem Schutz sogar dienen. Er finanziert Forschung, schärft das Bewusstsein und macht aus Reisenden oft die überzeugtesten Fürsprecher dieser Regionen. Für viele gelten sie als Tierparadies in freier Wildbahn. Wer einmal inmitten einer Kolonie stand, vergisst nicht mehr, worum es geht.

Königspinguine auf Südgeorgien erleben - mit Poseidon Expeditions

Bleibt die Frage, die wohl alle umtreibt, die bis hierher gelesen haben: Wie komme ich da hin und wie nah komme ich wirklich heran?

Warum eine Expeditionsreise mit kleinen Schiffen?

Die Schiffsgröße entscheidet hier mehr als irgendwo sonst. Nach den IAATO-Regeln dürfen Schiffe mit mehr als 500 Passagieren in der Antarktis gar nicht erst anlanden, und an einem Landeplatz halten sich nie mehr als 100 Gäste gleichzeitig auf. Große Kreuzfahrtschiffe fahren also bestenfalls vorbei. Kleine Expeditionsschiffe gehen an Land. Ihr Ziel ist dabei nicht nur die Anlandung selbst, sondern auch mehr Zeit für Beobachtungen.

Bei Poseidon Expedition kommt ein weiterer Punkt hinzu: keine Split-Landings. Auf größeren Schiffen müssen Gäste oft in Gruppen geteilt werden und an Land rotieren, nicht selten bleiben dann nur rund 45 Minuten. Bei uns gehen alle gemeinsam an Land, mit durchschnittlich 2,5 Stunden Zeit pro Ausflug.

Dazu kommt die Flexibilität. Kapitän und Expeditionsleitung entscheiden je nach Wetter und Eislage, welche Buchten sich gerade am besten anlaufen lassen. Und der Aktionsradius ist groß: Zodiac-Fahrten, Kajaktouren und Wanderungen für unterschiedliche Fitnesslevel starten direkt von der Anlandung aus.

Das Expeditions-Erlebnis vor Ort

Wie sieht so ein Landgang konkret aus? Meist beginnt er mit einer Zodiac-Anfahrt durch die Brandung, dann folgt die Erkundung des Strandes zu Fuß, ausgiebiges Fotografieren und immer wieder die Erklärungen des Expeditionsteams.

Denn an Bord reist Wissen mit. Meeresbiologen, Ornithologen und Glaziologen begleiten die Gäste, halten Vorträge auf Deutsch und Englisch und ordnen ein, was man da gerade sieht. Fotografie-Workshops mit erfahrenen Guides helfen, die besten Perspektiven und das richtige Licht zu finden - gerade in der goldenen Stunde über den Kolonien ein Geschenk.

Und dann ist da dieser eine Moment, den niemand mehr vergisst: einfach im Kies zu sitzen, mitten unter Hunderttausenden Königspinguinen, während neugierige Tiere von ganz allein näher kommen. Kein Zoo, kein Zaun. Beim stillen Beobachten liegt die Schönheit dieses Augenblicks gerade in seiner völligen Unmittelbarkeit. Fast keine Menschen, nur Sie und die Wildnis, fernab von allem, als säße man mitten im Nichts. Ein „Once-in-a-Lifetime"-Erlebnis im Wortsinn.

Reiserouten und Buchungsinformationen

Klassischerweise führt die Route ab Ushuaia in Argentinien zunächst zu den Falklandinseln, dann nach Südgeorgien und weiter zur Antarktischen Halbinsel, bevor es zurück nach Ushuaia geht. Je nach Programm dauert eine solche Reise rund 18 bis 23 Tage.

Im Preis enthalten sind in der Regel Vollpension, die Expeditionsausrüstung (etwa Gummistiefel und Parka), die Zodiac-Ausflüge sowie das gesamte Vortragsprogramm. Welche Route, welches Schiff und welcher Termin am besten passen, klärt sich am ehesten im persönlichen Gespräch.

Für Reisende, die Königspinguine auf Südgeorgien in einer kleinen, exklusiven Gruppe mit maximal 100 Gästen und wissenschaftlicher Begleitung erleben möchten, gelten wir, Poseidon Expeditions, als einer der erfahrensten Spezialanbieter - mit über 25 Jahren Expeditionserfahrung in den Polarregionen. Gerne beraten wir Sie persönlich zu Routen und Terminen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) - Königspinguine auf Südgeorgien

Wie viele Königspinguine leben auf Südgeorgien?

Auf Südgeorgien brüten schätzungsweise 400.000 bis 450.000 Paare Königspinguine - je nach Quelle ungefähr ein Drittel bis zur Hälfte des Weltbestands. Damit ist die Insel der weltweit wichtigste Lebensraum dieser Art. Diese Dichte an Königspinguin-Kolonien macht Südgeorgien weltweit einzigartig. Die größten Kolonien liegen in St. Andrews Bay und auf Salisbury Plain.

Was ist die beste Reisezeit, um Königspinguine auf Südgeorgien zu beobachten?

Die beste Zeit liegt zwischen Dezember und Februar, im Südsommer. Dann sind sowohl Altvögel als auch Küken in den Kolonien zu sehen, und das Wetter bietet vergleichsweise stabile Bedingungen. Die gesamte Saison reicht etwa von November bis März.

Wie nah darf man an die Königspinguine herangehen?

Nach den IAATO-Richtlinien sollten Besucher einen Mindestabstand von rund 5 Metern zu den Tieren einhalten. In der Praxis kommen neugierige Pinguine allerdings oft von selbst näher - eine respektvolle Begegnung auf Augenhöhe, bei der sich der Mensch ruhig verhält und den Tieren den ersten Schritt überlässt.

Was unterscheidet Königspinguine von Kaiserpinguinen?

Königspinguine sind mit rund 85-95 cm kleiner als Kaiserpinguine (bis etwa 120 cm) und brüten auf subantarktischen Inseln wie Südgeorgien statt auf antarktischem Packeis. Ihre orangefarbenen Kopfflecken leuchten kräftiger und laufen tropfenförmig aus, während Kaiserpinguine eher blassgelbe Ohrflecken tragen.

Warum dauert der Brutzyklus der Königspinguine so lange?

Der gesamte Brutzyklus dauert rund 14 bis 16 Monate - vom Eierlegen bis zur Selbstständigkeit des Kükens. Der Grund: Die Küken müssen den antarktischen Winter überstehen und können erst nach der vollständigen Mauser ins Meer. Damit ist es der längste Brutzyklus aller Pinguinarten.

Sind Königspinguine bedroht?

Aktuell gelten Königspinguine laut IUCN als „nicht gefährdet" (Least Concern), und der Bestand wächst. Der Klimawandel verändert jedoch ihre Nahrungsgrundlage: Eine Studie in „Nature Climate Change" (2018) warnt, dass bis Ende des Jahrhunderts bis zu rund 70 Prozent der Königspinguine ihren Lebensraum verlieren oder stark verändert vorfinden könnten.

Wie kommt man nach Südgeorgien?

Südgeorgien ist ausschließlich per Schiff erreichbar, in der Regel ab Ushuaia in Argentinien. Expeditionsreisen, etwa mit Poseidon Expeditions, kombinieren Südgeorgien häufig mit den Falklandinseln und der Antarktischen Halbinsel zu einer rund 18- bis 23-tägigen Rundreise. Einen Flughafen gibt es auf der Insel nicht.

Warum sind kleine Schiffe besser für den Besuch von Südgeorgien?

Schiffe mit maximal 100 Gästen dürfen nach den IAATO-Regeln an allen Landeplätzen anlanden, während Schiffe mit über 500 Passagieren in der Antarktis nicht an Land gehen dürfen. Zudem entfallen Gruppenteilungen (Split-Landings), sodass jeder Gast die volle Landzeit von durchschnittlich 2,5 Stunden an den Pinguinkolonien verbringt.