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Poseidon Expeditions Magazin
Kathrin und Kristin Haase //

Clean up Svalbard: Gutes tun beim Müll sammeln auf Spitzbergen



Saubere Sache - Spitzbergen Reisende räumen selten besuchten Strand auf


Plastikmüll in den Meeren ist ein großes Problem und eine Gefahr für die Tierwelt. Insbesondere in Spitzbergen, wo der Golfstrom den Müll Europas und Nordamerikas an entlegene arktische Strände trägt, es aber wenig Strukturen und Ressourcen gibt, diesen zu beseitigen. In Ihrem Gastbeitrag schildern Kathrin und Kristin Haase, wie sie im Rahmen ihrer Spitzbergen Kreuzfahrt einen kleinen Beitrag im Kampf gegen den Müll geleistet haben.



Plastik in der Arktis gefährdet Vögel, Robben und Eisbären


Traurig, aber wahr: unsere Ozeane stecken voller Plastikmüll und bedrohen damit unser gesamtes Ökosystem. Selbst in abgelegenen und nahezu unberührten Naturparadiesen wie der arktischen Inselgruppe Spitzbergen bekommen wir das auf Reisen mit eigenen Augen zu Gesicht. Denn durch die Meeresströmungen findet der Müll seinen Weg auch an die einsamen Strände im Nordpolarmeer. Ein Großteil des Mülls ist Plastik. Ein riesiges Problem, denn bis zur völligen Zersetzung von Plastik können mehrere Hundert Jahre vergehen. Bis dahin zerfällt es lediglich in immer kleinere Partikel: Mikroplastik.


Das wiederum ist besonders gefährlich für Meerestiere und Vögel, die diese winzigen Partikel fressen, da sie sie mit ihrer Nahrung verwechseln. Über die Nahrungskette gelangt das Plastik auch in größere Tiere wie Robben und Eisbären. Auch wir Menschen nehmen Mikroplastik über unsere Nahrung auf. Welche Auswirkungen das auf uns hat, ist bislang noch nicht erforscht.




Clean Up Svalbard - Spitzbergen Reiseanbieter organisieren Müllsammlungen


Traurige Bilder von Tieren, die sich in Netzen verfangen haben oder Müll als Nistmaterial akquirieren, kennt sicher inzwischen fast jeder. Um so schöner, dass es Initiativen wie Clean Up Svalbard von der AECO (Association of Arctic Expedition Cruise Operators) gibt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Strände auf Spitzbergen von Müll zu befreien.


Wir sind begeistert von der Initiative. Schließlich ist es ein wirklich schönes Gefühl, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dieses abgelegene Naturparadies von Müll zu befreien.




Hohe Motivation bei Müllsammlung auf Spitzbergen Expeditionskreuzfahrt


Auf der kleinen Insel Karl XII nördlich von Nordaustlandet gehen wir an Land und machen uns motiviert auf die Suche nach jeglicher Form von Müll. Fast entbrennt ein kleiner Wettbewerb zwischen all den fleißigen Müllsammlern. Wer findet am meisten Plastik? Schon krass, was wir an diesem abgelegenen Strand alles auflesen: Plastikflaschen, Fischernetze, Bojen, kleine Teile wie Flaschendeckel und Schnüre oder auch einfach bunte, abgebrochene Plastikstücke.


Wir drehen gefühlt jeden Kiesel um, um auch noch den kleinsten Fitzel Plastik zu ergattern. Wo wir schon das Privileg haben, diese einzigartige Gegend zu besuchen, möchten wir sie so sauber wie möglich hinterlassen. Denn die Meeresvögel und Tiere liegen uns sehr am Herzen. Den gefundenen Müll sammeln wir in großen Säcken, die das Expeditionsteam am Ende unserer Anlandung mit an Bord der Sea Spirit nimmt. Am Ende der Reise, wenn wir zurück in Spitzbergens Hauptort Longyearbyen sind, wird der Müll fachgerecht entsorgt.


Zufrieden mit dem blitzsauberen Strand machen wir uns auf den Weg zurück zu den Zodiacs, als wir hören, dass am Vogelfelsen eine Familie Polarfüchse aufgetaucht ist. Was für eine tolle und unverhoffte Belohnung! Fasziniert beobachten wir die niedlichen Fuchswelpen beim herumtollen und spielen. Wie schön wäre es, wenn sie hier am Ende der Welt ohne Probleme mit Plastik aufwachsen könnten!




Müll sammeln auf Spitzbergen - Jedes bisschen zählt


Auch an weiteren Anlandungen haben wir während unserer Spitzbergen Kreuzfahrt (Erfahrungsbericht bei travelinspired.de) mit der Sea Spirit fleißig Müll gesammelt. Einige Gäste waren gar nicht zu bremsen. Als ein Mitglied des Expeditionsteams sie auf eine Robbe aufmerksam machte, kam nur die Antwort: „Moment, wir sammeln hier eben noch fertig!“. Das nenne ich mal echtes Engagement! So haben wir auf unserer Reise wenigstens einen kleinen Teil zu einem saubereren Zuhause für die arktischen Tiere beigetragen!


Wer auch hier bei uns in Deutschland dem Müll in den Gewässern und der Natur den Kampf ansagen möchte, kann das ganz einfach tun. Entweder man zieht auf eigene Faust los oder man schließt sich einer Aktion an. Gemeinsam macht Müllsammeln schließlich gleich doppelt so viel Spaß. So werden beispielsweise im Rahmen des International Coastal Cleanup Day (ICC), der jedes Jahr an einem Septemberwochenende stattfindet, zahlreiche Sammelaktionen organisiert, unter anderem vom NABU, um Küsten und Flussufer von Abfall zu befreien. Helfen Sie mit!


Autor: Travelinspired Reiseblog